Bar Hebraeus zur Mathematik und Astronomie
Die mathematischen und astronomischen Arbeiten von Bar Hebraeus stehen für eine systematische Synthese griechischer und arabisch-islamischer Wissenschaftstraditionen. Bedeutsam ist vor allem, dass er mathematisch-astronomisches Wissen seiner Zeit konservierte und strukturiert weitergab.
Seine Arbeiten entstanden hauptsächlich während seiner Aufenthalte in Maragha unter Nutzung des dortigen berühmten Observatoriums, das Nasir al-Din al-Tusi leitete, und der bedeutenden Bibliothek sowie im Austausch mit den dort versammelten Wissenschaftlern.


Zentrale Werke mit mathematisch-astronomischem Bezug
- Hewath Hekhemtho („Creme der Weisheit") mit Kapiteln zur Mathematik (Arithmetik und Geometrie-Grundlagen) und Astronomie (Kosmologie und Sphärenmodell).
- Sein astronomisches Lehrbuch Sulloqo Hawnonoyo („Aufstieg des Geistes"), das sich stark an Nasir al-Din al-Tusis Arbeiten orientiert.
- Kthobo d-bobotho („Buch der Pupillen") mit speziellem Fokus auf Astronomie und mathematischen Grundlagen der Himmelsbewegung.
Mathematische Grundideen
Bar Hebraeus versteht die Mathematik als Werkzeug der Naturbeschreibung mit starker Orientierung an euklidischer Geometrie, arithmetischen Grundoperationen und der Anwendung vor allem in Astronomie und Naturphilosophie.
Astronomische Positionen
Seine astronomischen Positionen orientieren sich am geozentrischen Ptolemäischen Weltbild. Zugleich verfolgt er eine präzisionsorientierte Astronomie mit Interesse an genauen Berechnungen von Planetenständen sowie Nutzung und Weitergabe astronomischer Tafeln.
Seine Zeit- und Kalenderrechnung verbindet Astronomie und praktische Zeitbestimmung, was vor allem Bedeutung für religiöse Kalender hat – etwa für Fastenzeiten und Feste.


